Unifanz Trust reg. � Konzessioniertes Vermögensverwaltungsunternehmen - Der Unifinanz Trust reg. ist eine unabhängige Vermögemsverwaltungsboutique, welche spezialisiert ist auf Behavioral Finance und grossen Wert auf persönliche Betreuung und individuellen Service legt. Die Unifinanz Trust reg. ist eine unabhängige Vermögensverwaltungsboutique
monitor, kolumnen, unifinanz, vaduz, cortés, forschung, behavioral, vermögensverwaltung, abonnement, liechtenstein, portfolio, newsletter, trend, analyse, strategie, börse, vorträge, beratung, betreuung, finance, wirtschaft, hayek, ökonomie, system, hypothese, prozess, aktien, markttechniker, chart, contrarian

Der Mensch denkt, die Börse lenkt.
(Alfons Cortés)

Unifinanz Monitor Kolumnen & Vorträge Hypothese hinter der Analyse Aktuelle Forschung Behavioral Economics seit 1952 Über Unifinanz Kontakt

Behavioral Economics

Obwohl der Begründer der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, Carl Menger, und spätere Vertreter der Schule wie Friedrich von Wieser, Ludwig Lachmann und Friedrich von Hayek ebenso wie John Maynard Keynes die These vertraten, Psychologie besetze eine zentrale Rolle bei der ökonomischen Theoriebildung, geht der Begriff „Behavioral Economics“ auf das 1951 von George Katona veröffentlichte Werk unter dem Titel „Psychological Analysis of Economic Behavior“ zurück.

 

In seinem 2003 erschienenen epochalen Buch „Behavioral Game Theory. Experiments in Strategic Interaction“ definiert Colin F. Camerer, Professor am California Institute of Technology und einer der heute führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet von Behavioral Economics was Behavioral Game Theory ist: „Behavioral game theory is about what players actually do: It expands analytical theory by adding emotion, mistakes, limited foresight, doubts about how smart others are, and learning to analytical game theory“.

 

Wenn ich gefragt werde, wie ich das ganze Thema in Kürze zusammenfassen würde, greife ich gerne zu einer Metapher über den Lift im Bürohaus, die Damenhandtasche und die Aktien.

 

Wer in einem Bürogebäude einen Lift einbaut, wählt ihn ausschliesslich nach Nutzenüberlegungen aus. Auf dieser Ebene werden Entscheide ziemlich genau nach den Kriterien ökonomischer Rationalität getroffen. Schon mit einer Handtasche verhält es sich anders. Bei diesem Accessoire geht es nicht lediglich um Nutzwerte wie Stauraum und Robustheit im Verhältnis zum Preis, sondern vor allem um eine Botschaft über den Geschmack und die Stilrichtung. Sehr persönliche Gefühle spielen mit und machen den Markt für Damenhandtaschen zu einem komplexeren Segment der Wirtschaft als dasjenige für die technologisch doch viel komplizierteren Lifte. Es sind die subjektiven Prozesse des Denkens, die in einem kommunikationsintensiveren Umfeld das Entscheidungsverfahren der einzelnen Teilnehmenden komplex gestalten. Über Handtaschen wird mehr geredet als über Lifte.

 

Noch kommunikationsintensiver als der Markt für Handtaschen ist der Aktienmarkt. Dem sich daraus ergebenden Sachverhalt wird in Behavioral Economics Rechnung getragen, z.B: in „Individual Irrationality and Aggregate Outcomes“ (Journal of Economic Perspectives, Herbst 2005) des Zürcher Professors Ernst Fehr und seines in Kopenhagen lehrenden Kollegen Jean-Robert Tyran. Die beiden Autoren unterscheiden zwischen Strategic substitutability (womit sie Situationen wie die beim Entscheid über einen Lift meinen) und Strategic complementarity. Sie lassen keinen Zweifel daran, dass die Finanzmärkte in die zweite Kategorie gehören. In diesem Bereich des Handelns kommt alles vor, was die Schöpfung zwischen Rationalität und Irrationalität kreiert hat.

 

Über die Zukunft von Finanz- und Wirtschaftstheorien, die als „behavioral“ bezeichnet werden, ist Colin Camerer höchst optimistisch: Eines Tages werden alle Theorien „behavioral“ sein, so dass das Adjektiv entfallen könne.

 

Alfons Cortés

Home Newsletter Disclaimer